Crossmedialer Journalismus

Crossmedia Begriff

Was bedeutet Crossmedia?

dreamstime_xs_20023964Der Begriff Crossmedia stammt eigentlich aus dem Online-Journalismus. Gemeint ist damit, dass über verschiedene Plattformen – auch Medien hinweg – publiziert wird. Ein klassisches Beispiel dafür ist ein Publisher, der in seinem Blog zu einem bestimmten Thema schreibt, dazu ein Video anfertigt, das im Blog eingebunden ist und zugleich auf YouTube veröffentlicht. Anschließend setzt er einen Link in den Blog, um die beiden Inhalte miteinander zu verknüpfen.

Im Prinzip bedeutet Crossmedia also nichts anderes, als die Veröffentlichung von zusammenhängenden Informationen auf verschiedenen Kanälen. Natürlich müssen die Inhalte so aufbereitet sein, dass sie zur jeweiligen Plattform passen. Denn eine reine Übertragung des Inhaltes reizt die Möglichkeiten nicht komplett aus und langweilt den Nutzer. Dieser „Kunde“ ist im schlimmsten Fall für das Medium verloren, weil er sich Informationskanäle sucht, bei welchen er sich besser bedient fühlt. In Redaktionen, die das Crossmedia-Prinzip optimal umsetzen, werden unterschiedliche Mediengattungen miteinander verknüpft und die unterschiedlichen Darstellungsmöglichkeiten genutzt, um ein möglichst breit gefächertes Publikum anzusprechen. Gut umgesetzt bedeutet Crossmedia, dass die Redaktion ein wesentlich breiteres Nutzerspektrum erreichen kann als auf konventionellem Weg.

Denn der klassische Zeitungsleser wird nicht auf das Ritual der morgendlichen Lektüre seiner Tageszeitung verzichten wollen, während die Aktivitäten der Zeitung im Internet größtenteils an ihm vorbei gehen. Der junge Mediennutzer hingegen verzichtet eher auf die Printausgabe und holt sich die Informationen aus dem Netz, wenn er gerade Zeit hat. Gleiches gilt für den Film- und Serienfan. Statt zum festen Termin vor dem Fernseher zu sitzen, bevorzugen sie es, die Serie per Stream im Netz zu schauen, gern auch auf mobilen Geräten. Das ist für sie die die ideale Gelegenheit, etwa Fahrzeiten in öffentlichen Verkehrsmitteln zu überbrücken.

Natürlich hängt die Präsentation der Informationen sehr stark von den technischen Möglichkeiten ab. Der Journalist muss außerdem darauf achten, dass die Kommunikationsmittel, die er für die Publikation auswählt sowohl inhaltlich als auch formal und zeitlich integriert sind. Sofern er mit Kollegen zusammenarbeitet, muss er sich lediglich mit diesen abstimmen, sodass sich anschließend jeder rein auf seine Aufgabe konzentrieren kann. Falls er seine Nachricht allein an den Leser oder Zuschauer bringen möchte, muss er bereits beim Erstellen des Beitrages alle weiteren Kommunikationskanäle außerhalb seines Hauptmediums und ihre besonderen Anforderungen im Kopf haben. Beispielsweise kann er bereits vor der eigentlichen Veröffentlichung seines Berichts einen kurzen Teasertext in Social-Media-Plattformen veröffentlichen und auf die Erscheinung des Berichts verweisen. Arbeitet er zusätzlich mit Videos, kann er zusätzlich einen kurzen Vorspann einstellen und ebenfalls auf die eigentliche Erscheinung verweisen.